Außer Gefecht und dem Gärtner blüht’s jede Stunde

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Unlängst hatten wir das Thema: Mein schönstes Ferienerlebnis.

Ich kann dieses Jahr auf der Negativskala ordentlich punkten: Außer Gefecht gesetzt. Und was war daran schön?

Nicht die mitternächtliche Fahrt im Krankenwagen mit Notarzt an der Seite, sondern das für eine Katze mit Maus gebremst wurde. :-))

Mittlerweile genieße ich nicht mehr die schöne Aussicht, ich bin wieder zu Hause und auf dem Weg der Besserung.

 

Wenn ich an Krankenhaus denke, sehe ich automatisch ein Meer von Blumen vor mir. Beistelltische sind gefüllt mit Blumenvasen. Die habe ich dort nirgends entdeckt. Entweder ist das aus der Mode gekommen oder mittlerweile verboten.

 

Und so dachte ich an die Hinweistafel am Storkower See mit der Blumenuhr. Bekanntlich schlägt ja dem Glücklichen keine Stunde und abgewandelt könnte man sagen: Dem Gärtnerherz blüht’s jede Stunde. Uns begleiten und erfreuen Blüten den ganzen 24-h-Tag lang.

Auf der Tafel ist folgendes zu lesen: Nicht alle Blumen blühen zur selben Zeit. Viele beginnen zu blühen, wenn andere ihre Blüten schon längst wieder geschlossen haben. Anhand des Öffnens und Schließens der Blüten kann die Tageszeit bestimmt werden.

Und so tickt die Blumenuhr: Als erstes um 5 Uhr öffnet die Heckenrose ihre Knospen. Etwas später erwacht der Klatschmohn, gegen 6 Uhr steht die weiße Seerose auf. Um 7 Uhr finden sich Wegwarte, Ackergänsedistel, Graslilie, Ackergauchheil, Ackerwinde, Habichtskraut zum Frühstück ein.

Beim zweiten Durchgang um 8 Uhr treffen wir Wiesenbocksbart, Gamanderehrenpreis, Tausengüldenkraut und Waldsauerklee an. Um 9 kurz vorm Abräumen erscheinen Ringelblume, Schwalbenwurz- Enzian und Karthäusernelke.

Die Tulpe nimmt um 10 Uhr schnell einen Espresso zum Tagesstart.

Und dann ist Mittagszeit, die Mittagsblume und die Passionsblume kündigen sie an. Am Mittagsbuffet sind die Ackergänsedistel und der Wiesenbocksbart die ersten Gäste. Um 13 Uhr sehen wir die Felsennelke und die Pfingstnelke an der Salatbar.

14 Uhr kommen die letzten Mittagsgäste: Ackerwinde, Ringelblume, Löwenzahn, Karthäusernelke, Wegwarte. Auf einen Capuccino gegen 15 Uhr erscheinen: Acker- Gauchheil, Graslilie, Habichtskraut.

17 Uhr schauen Wald- Sauerklee und weiße Seerose vorbei. Zum Abendbrot gegen 18 Uhr treffen wir auf den Klatschmohn und die Nachtkerze im gelben Nachtgewand an. 19 Uhr kommt der Gemander- Ehrenpreis nochmals vorbei.

Ab 21 Uhr, wenn frühaufstehende Gärtner bereits ihre Nachtruhe halten, ist die Zeit für die Nachtblüher gekommen.

Nachtblüher öffnen sich gegen Abend vollständig, sie beginnen zu duften und locken Nachtfalter ( eventuell auch märchenhafte Elfen) an. Dazu gehören die Gewöhnliche Nachtviole, die weiße Lichtnelke (22 Uhr), die Königin der Nacht (24 Uhr) und das Nickende Leimkraut (4 Uhr).

 

Ich finde, die Blumen haben einen geregelten Tagesrhythmus. Manche pausieren zwischendurch, um dann nochmals ihren farbenfrohen Auftritt zu haben.

Gute Nacht.

7 Responses

  1. twohalf

    Ergo …… von den Blumen lernen, erspart den nächtlichen Trip mit dem Rettungsdienst! Gute Besserung 🙂

  2. Önzi

    Ich schließe mich meinem Vorredner an-platter Spruch , inhaltlich stimmt er aber …
    Wir sollten immer mal in unserem Gehetze durch die Landschaft innehalten um die innere Ruhe zurückzuerlangen , indem wir uns der Natur widmen …
    Alles hat seinen Sinn-24h Nektar und Pollen für die Nutznießer , die auch zu unterschiedlichen Zeiten aktiv sind . Sonst gäbe es doch glatt Gedrängel , wenn alle von 12-15Uhr blühen würden…

  3. twohalf

    Platter Spruch?? ….. Ich bin ein Mensch der wenigen Worte ……. rumsabbeln ist nicht mein Ding 😉 ….. kurz und prägnant …. alles andere stiehlt mir nur die Zeit!

  4. Önzi

    Sorry , da gab es wohl ein Missverständnis -als platten Spruch bezeichnete ich meine eigenen Worte‘ ich schließe mich meinem Vorredner an’…

  5. Marina

    Hallo Ihr Beiden,
    danke für die guten Wünsche.
    Wir wissen alle zu gut, wie es in der Realität aussieht. Im nachhinein war es bisher trotzdem ein ganz guter Sommer. Es ist ja alles relativ im Vergleich zu anderem. Ob der Urlaub zu kurz oder unterbrochen wurde, der Sommer zu heiß oder zu regnerisch. Hauptsache ist doch, daß wir das, was wir hatten, genießen konnten. Und außerdem kommt noch der Altweibersommer :-)) und hoffentlich eine Pilzsaison.
    Ich wünsche Euch einen schönen Tag, Marina

  6. Joachim

    Guten Morgen Marina,
    solche Blumenuhren machen sich sehr gut in großen Parkanlagen. Eigentlich sieht man sie viel zu selten. Wahrscheinlich, weil die Pflege Arbeit macht. Ich beobachte abends sehr gerne die Nachtkerzen. Man kann zusehen, wie sich die Blüten langsam öffnen. So wie alle Lebewesen, haben auch die Blumen ihre innere Uhr. Beim Öffnen der Blüten haben sie sich mit ihren Bestäubern abgestimmt. Ich wünsche beste Gesundheit.
    Gruß Joachim

    • mbeckert

      Hallo Joachim,
      ich habe bisher nur zwei Blumenuhren in der Realität gesehen, eine davon auf der Insel Mainau und die andere in Zittau. Diese Darstellung auf der Hinweistafel fand ich interessant.
      Gestern ist zwischen den weißen Venidien eine orangefarbene erblüht. Damit hatte ich nicht gerechnet, ich war erstaunt :-))
      Vielen Dank für die guten Wünsche, die ich auch an Sie zurückgebe.
      Viele Grüße, Marina

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